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Das #ECHTINAKINDERGARTEN Blog
01
Jul 2017

Beteiligung von Kindern: Wichtiger Baustein unseres Schutzkonzepts

Um die Rechte von Kindern und Jugendlichen in den Betreuungseinrichtungen zu sichern, bedarf es geeigneter Verfahren. Dazu gehört auch, dass sich Kinder an Entscheidungen beteiligen können und dass sie die Möglichkeit haben, sich zu beschweren. Dies wird bereits in vielen Kitas umgesetzt – oft jedoch sind diese Vorgehen nicht im Konzept festgehalten, sodass sie zum unverbindlichen Element des pädagogischen Alltags werden.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass alle Schutzkonzepte unter Berücksichtigung von Kinderschutz, Partizipation und Beschwerdemanagement in Kindertagesstätten von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bis Ende November 2017 angefordert und gesichtet werden. Alle Teams sind daher aufgefordert, ihr vorhandenes Schutzkonzept zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Die dafür vorgegebenen Kriterien liegen den jeweiligen Leitungsteams vor.

Nachfolgend stellen wir einige Beispiele für Partizipation und Beschwerdemanagement aus unseren Kitas vor, die teils bereits erprobt, teils noch in der Erprobungsphase sind.

Im INA.KINDER.GARTEN Augustenburger Platz entstand die Idee, auf jeder Etage eine Pinnwand zu installieren. Unter der Überschrift „Was uns bewegt“ sollen dort Beschwerden und andere für die Kinder wichtige Gedanken und Erlebnisse festgehalten und sichtbar gemacht werden. Dabei kann der Umgang mit den Beschwerden unterschiedlich ausfallen – Priorität sollte jedoch sein, möglichst umgehend eine Lösung zu finden. Daran können interessierte Kinder, Eltern und andere mitarbeiten. Die Erzieher*innen achten darauf, welche Ideen entstehen und wie man sie am besten aufgreifen und verfolgen kann. Ist eine Lösungsfindung zunächst nicht möglich, verbleibt die Beschwerde an der Pinnwand und wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen. Das sich beschwerende Kind erlebt so, dass die Beschwerde ernst genommen wird. 
Im INA.KINDER.GARTEN Finchleystraße bewerten die Kinder täglich das Mittagessen. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Meinung auszudrücken und durch Partizipation die zukünftigen Speisepläne mitzugestalten, wodurch sie ihren Einfluss auf den Kita-Alltag erleben. Unabdingbar ist das Feedback ohnehin, da die Kita Finchleystraße von den Köchen Kerstin und René aus dem INA.KINDER.GARTEN Flurweg mitversorgt wird.Konkret bewerten die Kinder mit Hilfe von bunten Glassteinchen, wie ihnen das Essen geschmeckt hat. Sie wählen eine Farbe aus (rot = hat mir nicht geschmeckt, gelb = es schmeckt in Ordnung, grün = es hat mir sehr gut geschmeckt) und werfen ihren Stein in dafür vorgesehene Plastikbehälter. Die Kinder tauschen sich bei der Bewertung ganz genau untereinander aus, warum sie welche Farbe wählen. Da alle drei Behälter nebeneinander stehen, kann man am Ende der Abstimmung genau sehen, wie das Essen angekommen ist. Das Ergebnis wird vom Tischdienst für alle sichtbar auf dem Speiseplan festgehalten und danach an die Köche weitergeleitet.
Die Kinder des Elementarbereichs im INA.KINDER.GARTEN Granitzstraße kochen einmal monatlich für alle Kinder der Kita. Die sogenannte Koch-AG wird von einer Erzieherin begleitet, die früher als Köchin tätig war. Sie bespricht mit den Kindern der einzelnen Gruppen deren Essenwünsche, die Kinder der jeweiligen Kochrunde wählen dann aus der Wunschliste das Gericht aus und stellen gemeinsam mit dem Koch die Zutatenliste zusammen. Ein Teil der benötigten Lebensmittel wird bestellt, der Rest mit den Kindern gemeinsam eingekauft. Der Koch passt darüber hinaus den Speiseplan an das ausgewählte Gericht an, sodass die Vorgaben für die Planung eingehalten werden. In Schürze und Kochmütze werden dann von verschiedenen Kindern die Speisen vor- und zubereitet. Sie erkennen so nicht nur, was nötig ist, um ein Mittagessen zu kochen, sondern auch, dass durch ihr Handeln die anderen Kinder ihre Lieblingsgerichte speisen können.
„Ein wichtiges Ereignis zu Beginn des Kitajahres ist die Wahl der Kindersprecher und Gruppensprecher. Während eines Morgenkreises werden die Kandidaten aufgestellt. Die Kinder begründen ihren Wunsch der Kandidatur, dies wird schriftlich festgehalten. Die Kandidaten zur Wahl der Kindersprecher und Gruppensprecher werden in der Kita auf einem Plakat bekanntgegeben. Die Wahl erfolgt geheim, mit Murmeln im Becher. Die zwei Kinder mit den meisten Murmeln im Becher werden die neuen Kindersprecher. All diese Modalitäten werden mit den Kindern im Vorfeld gemeinsam festgelegt.Die Kindersprecher und Gruppensprecher treffen sich einmal monatlich mit der Kitaleitung zur ‚Kindersprechersitzung‘. Die Informationen aus der Kindersprechersitzung transportieren die Kinder zurück in die Morgenkreise. Umgekehrt bringen sie Informationen aus den Morgenkreisen mit in die Sitzung. Der Zeitrahmen einer Kindersprechersitzung umfasst 30 bis 60 Minuten. Die Ergebnisse werden protokolliert und für alle sichtbar gemacht.“Mögliche Themen: Beschwerden untereinander, Planung des Sommerfestes, Gießplan, „Warum gibt es nur ein Prinzessinnenkleid?“ oder „Wie können wir die Nashornkäfer schützen?“.(Auszug aus dem Konzept des INA.KINDER.GARTEN Habersaathstraße)
Katja Winkelmann