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"Wir brauchen ganz viel Geld"Was hat der Garten mit Demokratie zu tun? – Beteiligung von Kindern"Frau Jung, warum haben wir eigentlich keinen Kinderausschuss?" fragte ein Junge die Leiterin des INA.KINDER.GARTEN Habersaathstaße, als er beobachtete, wie die Leiterin den Tisch für den Eltern-Ausschuss deckte. "Warum redet Ihr hier zusammen und esst Kekse dazu?" Die Leiterin erklärte ihm die Aufgaben, die die Eltern übernehmen, wenn sie in den Elternausschuss gewählt wurden. "Und warum können wir nicht selbst auch überlegen, was wir uns wünschen? Dann können wir auch so schöne Kekse essen." Ja, warum eigentlich nicht? Die Wahl der KindersprecherDie Wahl und die Möglichkeit, ihre Meinung einzubringen, beschäftigten die Kinder sehr. Während einer Kinderkonferenz, zu der sich regelmäßig alle Kinder der Abteilung versammeln, debattierten die Kinder intensiv über die Aufgaben und Persönlichkeitsmerkmale eines Kindersprechers. Ein Kindersprecher soll Gäste durch die Kita führen und an den Sitzungen mit der Kitaleiterin teilnehmen. Wichtig ist, dass Kindersprecher die Meinung aller Kinder einholen und deren Interessen vertreten. Keiner darf Angst vor den Kindersprechern haben und - die Kindersprecher sollten schlau sein.Zwölf Kinder meldeten ihre Kandidatur für das Amt des Kindersprechers an. Drei Kindersprecher sollten gewählt werden. Die Wahl musste natürlich unter bestimmten Regeln ablaufen. Alle Kandidaten, die Kindersprecher werden wollten, stellten sich mit einem kurzen Steckbrief vor. Jeder Wähler bestätigt, alle Kandidaten zu kennen. Jedes Kind hat drei Stimmen. Für den Gang in die Wahlkabine bekommt es drei Murmeln. Die Murmeln werden den Kandidaten in den Becher gelegt, die nach Meinung des Wählers Kindersprecher werden sollen. Am Ende erfolgt die Stimmenauszählung. Die drei Kinder mit den meisten Stimmen sind die Kindersprecher. Die Arbeit im KinderausschussDie erste Sitzung des Kinderausschusses diente dazu, noch einmal mit der Leiterin über die Aufgaben der Kindersprecher zu reden und Themen festzulegen. Am meisten bewegte die Kinder die Gartengestaltung. Die Eltern hatten für eine Nestschaukel für die kleineren Kinder gesammelt. Diese wurde vor kurzem aufgestellt. Die ältern Kinder waren aber mit dem Standort nicht einverstanden."Der Platz ist nicht gut, ich kann da nicht mehr über den Graben springen. Wir spielen da: Wer kann die meisten Hochschüsse machen? Wir wollen auch nicht, dass unser Haus wegkommt oder dass die Schaukel da immer dagegen stößt, das Haus haben wir uns gebaut." Die Leiterin wollte wissen, warum die Kinder nicht auf dem großen Platz in der Mitte des Gartens Fußball spielen. Dort haben sie mit einem Erzieher ein Fußballtor gebaut. Die Kinder erklärten ihr, warum. "Weil da die kleinen Kinder immer kommen und mit ihren großen Autos da lang fahren. Das stört uns. Und das Fußballtor ist gut zum balancieren. Außerdem brauchen wir ein richtiges Fußballfeld, ein Netz und ein Fußballtor." Die Schaukel soll besser einen anderen Platz erhalten: "Die Schaukel kann da hin, wo der Berg mit der Rutsche ist. Es ist sowieso kein schöner Garten. Da sind nämlich zwei Rutschen und keine Leiter und ich möchte auch eine Wippe mit Reifen darunter." Die Diskussion führte schließlich zu der Frage, ob die kleinen Kinder einen eigenen Krabbelgarten bekommen sollten. Schließlich hat der Elternausschuss mit den Erzieherinnen überlegt, dass die Schaukel hinten im Garten aufgestellt wird, damit sich die kleinen Kinder nicht verletzen, falls sie plötzlich in die Schaukel laufen. Die Kindersprecher überlegten, welche Spielgeräte die Jüngsten eigentlich brauchen. "Kriegen die kleinen Kinder auch einen Buddelkasten? Wir haben im Garten sowieso so viele Buddelkästen." Sie befanden, das sei nicht so gut. Denn der eine Buddelkasten sei sowieso nicht schön, weil da die Katzen hineinkacken. Da könnten die kleinen Kinder nicht spielen. Zum Krabbelgarten gab es Argumente dafür und dagegen. "Ich finde den Krabbelgarten schön." "Aber das ist auch nicht immer gut, denn dann können wir ja gar nicht mehr mit meinem kleinen Freund spielen." "Die kleinen Kinder sollen da ja auch nicht immer spielen. Wenn ihr wollt, können sie mit im großen Garten sein. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch mit in den Krabbelgarten gehen und mit den kleinen Kindern spielen", erwidert die Leiterin. Viele Bedürfnisse müssen unter einen Hut gebracht werden. Deshalb verabredete der Kinderausschuss, beim nächsten Mal den Tischlermeister von INA.KINDER.GARTENcollection einzuladen. In der Zwischenzeit wollten die Kindersprecher alle Kinder fragen, wie der Garten gestaltet werden soll. Die Planung des GartensDie Kindersprecher fragten die Kinder in den Kinderkonferenzen, welche Spielgeräte künftig im Kitagarten stehen sollen. Zum besseren Verständnis für die Erwachsenen wurden Bilder davon gemalt.Alen Pribil, der Tischlermeister, kam in den nächsten Kinderausschuss. Die Kinder erklärten ihm die Wünsche der Kinder. Ein Junge wollte ein Piratenschiff, mit Treppe und Steuerrad. Eine Schaukel soll im Garten stehen, aber man wollte auch Seile, um zu balancieren und sich festzuhalten, und Zelte. Tipis zum Beispiel, da könnte ein Bett drin stehen, damit man auch mal im Zelt schlafen kann. Wichtig ist auch ein Platz zum Fußballspielen mit einem richtigen Tor. Nachdem er gehört hatte, was den Kindern wichtig ist, sprach er mit ihnen über den Situationsansatz: "Die Gegenstände, die wie in der Wirklichkeit gestaltet sind, kann man nur für einen Zweck nutzen. Ein Piratenschiff ist ein Piratenschiff, vielleicht ist das auf Dauer langweilig. Man kann Spielgeräte auch so gestalten, dass ein Baumhaus ein Steuerrad hat – dann kann es in der Phantasie ein Piratenschiff, ein Flugzeug oder ein Auto sein. Mit den Puppen dort zu spielen, kann in der Phantasie eine Wohnung sein. Wir müssen natürlich auch überlegen, wie viel Platz im Garten ist. Deshalb muss man viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten in einer Phantasie-Spiellandschaft unterbringen. Wir müssen euch große Kinder berücksichtigen dabei, aber auch die kleinen. Ihr Großen wollt klettern. Wäre es nicht gut, ein Baumhaus zu haben, wo man sich auch verschanzen und unbeobachtet spielen kann? Man kann an einem Seil mit Knoten hochklettern. Die Jüngeren Kinder können das noch nicht. Sie wollen aber auch einen spannenden Spielplatz haben. Was haltet ihr von einem Wasserplatz mit Sand?" Damit waren die Kinder sehr einverstanden, aber sie wollen auch Blumenbeete und Kräuterbeete haben, weil in der Umgebung wenig Grün zu sehen ist. Man trennte sich mit dem Versprechen des Tischlermeisters, dass er einen Entwurf für ein großes Baumhaus und einen Wasserspielplatz machen werde. Wie sollen wir das bezahlen? Kinder als EntrepreneureDie Erzieherinnen sprachen mit den Kindern darüber, dass viel Geld benötigt wird, wenn der Garten nach ihren Wünschen umgebaut werden soll. Das Geld, das die Leiterin in diesem Jahr zur Verfügung hat, reicht dafür nicht aus. Die Kinder begannen zu diskutieren, wie sie Geld verdienen können. Die Kindersprecher wollten den Eltern im Elternausschuss ihren Plan vorstellen und hören, ob die Eltern ebenfalls Ideen haben, wie man Geld für den Gartenumbau erhalten kann.In der Kinderkonferenz wurden viele Ideen gesammelt: "Wir machen eine Zeitung und schreiben rein, dass wir Geld für den Garten brauchen." "Wir erzählen Gästen etwas über unsere Ideen und fragen, ob sie uns Geld geben." "Moritz schreibt an Frau Wunschel. Er kann schon lesen und schreiben." Moritz hat eine E-mail geschickt:
libe frau gerda wunschel
wir brauchen geld kräuter beet baumhaus fußballbeet rasen gummiberschin blummenbeet wir kinder hellfen auch alle mit schöne grüße von moritz und den Kindern "Wir führen ein Theaterstück auf und nehmen Eintritt." "Ein Flohmarkt bringt bestimmt viel Geld. Da können wir Getränke und Kuchen verkaufen." "Den Kuchen können wir ja selber backen oder meine Mama." "Wir machen einen Flohmarkt, so mit Babykram und Sachen, die wir nicht mehr brauchen." "Aber wir können auch alte Spielsachen oder Babykram mitbringen und das verkaufen." "Die Eltern wollen, dass wir Englisch lernen. Da kann man doch Geld sparen. Wir brauchen keinen Englischlehrer. Lorenz spricht englisch. Wenn Lorenz das macht, dann kann er das Geld kriegen. Er macht Englisch nicht so schwer wie der Lehrer. Lorenz sagt uns erst die leichten Worte und dann die schweren. Das Geld kann Lorenz verdienen und uns für den Garten geben." Und zum Schluss kamen die Kinder auf die Idee, dass sie ein Logo brauchen. Stefan erklärte allen, was ein Logo ist: "Weil INA.KINDER.GARTEN einen Schmetterling hat und das ist dann unser Schmetterling für die Kita." Andere Kinder fügten noch hinzu: "Unser Schmetterling ist bunt, der andere nicht." "Für INA.KINDER.GARTEN, da weiß man, dass wir INA.KINDER.GARTEN sind." "Dass alle wissen, dass es INA.KINDER.GARTEN ist und weil die Kinder den selber gemalt haben." "Weil der bunt ist und der andere nicht." Und nicht zuletzt: "Weil der so viel schöner ist, als der andere." Der Wettbewerb für ein Logo und die ZeitungsmacherDas Logo der Kita soll sich am Logo von INA.KINDER.GARTEN, dem Schmetterling, orientieren. Ein Wettbewerb wird gestartet. Alle Kinder, die das wollen, können einen Schmetterling zeichnen. Zum Schluss bekommt jedes Kind einen Klebepunkt für den Schmetterling seiner Wahl. Karl gewinnt mit seinem Bild den Wettbewerb. Karls Zeit in der Kita läuft bald ab, weil er mit seinen Eltern wieder in deren Heimat geht. Die Kinder sagen: "Wenn Karl wieder in Ungarn ist, bleibt etwas von ihm hier bei uns. Ein ungarischer Schmetterling."Die Kinder, die im Sommer eingeschult werden, und der vierjährige Moritz, der schon schreibt und liest, beginnen jetzt mit der Zeitung und einem Flyer. Ziel ist die Information der Eltern: "Wir wollen gern eine Kitazeitung machen, die wir dann an alle Eltern verteilen, damit sie auch alle informiert sind über alles." Die Kinder wollen nicht nur die Eltern ansprechen, sie wollen auch Fremde für ihr Anliegen begeistern. Deshalb ist ein Flyer entstanden, den sie an alle Interessierten verteilen werden. Die neueste Zeitung finden Sie hier: Zeitung Habersaathstraße Der Garten nimmt Gestalt an – der ModellgartenDie Kinder haben mit dem Architekten Jason Danziger von thinkbuild architecture, Henning Götz und Tischlermeister Alen Pribil begonnen, die Zeichnungen ihres künftigen Spielgartens, im Modell zu bauen.Was ist ein Meter? war die Frage des ersten Workshops. Warum muss alles gemessen werden und wie kann man etwas herstellen damit es aussieht wie "in echt" aber kleiner ist? Welches Verhältnis muss die Realität zum Modell haben? Was ist ein Maßstab oder noch konkreter, was ist ein Maßstab 1:20? Die Kinder nutzten Lineale und Zollstöcke, sie hatten auch die Hausaufgabe, zu Hause viel zu vermessen, sich selbst, ihr Zimmer. Beim zweiten Workshop arbeiteten die Kinder in drei Gruppen. Sie begannen mit dem Modellbau. In den Arbeitsgruppen fanden die Kinder unterschiedliche Herangehensweisen, die jedoch alle zum gleichen Ziel führten: sie bestimmten das Verhältnis der Rutsche zu sich selbst. Sie fragten sich: Wie groß sind wir und wie groß muss die Rutsche sein. Bei der Festlegung der Größe dachten sie nicht nur an sich, sondern auch an die ganz kleinen Kinder und die Erzieherinnen und konstruierten eine Rutsche mit drei verschiedenen Höhen. Sie verwenden dazu das Material, mit dem auch Architekten ihre Modelle herstellen. Manchmal war es ganz schön kniffelig, die kleinen und feinen Teile maßstabsgerecht zu schneiden und zusammen zu bauen. Kinder und Erwachsene haben viel Spaß beim gemeinsamen Tun, groß und klein lernen voneinander und die Kinder finden ihre eigenen Lösungswege. Das Material für den Modellbau finanziert die Architektenkammer Berlin. Wollen Sie den Kindern für die Verwirklichung ihrer Pläne etwas spenden oder zu ihren Veranstaltungen eingeladen werden?
Bitte geben Sie als Verwendungszweck an: Spende Garten Habersaathstraße Wenn Sie eine Einladung erhalten wollen, schreiben Sie ihnen eine E-mail an: habersaathstrasse@inakindergarten.de Der Flyer ist hier hinterlegt: Flyer Habersaathstraße
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